• Pia Totzke

Mein Weg zur veganen Ernährung

Aktualisiert: 13. Nov 2020

Hi, schön dass Du hier bist!


Ich, Pia Totzke, bin das Gesicht hinter livegwire. Mit meinem ersten Blogeintrag möchte ich mich Dir gerne vorstellen und erzählen, wie mein Weg zur veganen Ernährung aussah.



Fangen wir also ganz von vorne an: Ich wurde am 4. Januar 1995 in München geboren und verbrachte meine gesamte Kindheit im Münchner Osten. Schon seit ich denken kann, machte ich Sport und probierte - mal länger, mal kürzer - Sportarten wie Turnen, Leichtathletik, Basketball, Fußball oder Thai-Bo aus. Bis heute sagt man mir nach, dass ich ein absolutes Energiebündel bin, das andere mitreißt. (Hiervon kommt übrigens "livegwire". Es ist eine Kombination aus "vegan" und "live wire", was die englische Übersetzung für Energiebündel, Quirl und lebhafter Mensch ist.)

Heute bin ich mindestens fünf Mal die Woche sportlich aktiv. Am liebsten mache ich Homeworkouts sowie Yoga, gehe ins Gym oder jogge und habe Freude am Wandern, Longboarden, Snowboarden sowie Ski fahren. Außerdem war ich schon immer gerne unterwegs und motiviere andere dazu, meine teilweise Spinnereien mitzumachen. Einerseits brauche ich die Abwechslung, habe viele Flausen im Kopf und will einfach Spaß haben. Andererseits bin ich ehrgeizig, suche stets die Herausforderung und bin sehr diszipliniert sowie pflichtbewusst. Zudem denke ich oft über Gott und die Welt nach, bin reflektiert und mache vieles mit mir selber aus.


Nach meinem Abitur und einem Sprachkurs in Brighton entschied ich mich für ein duales Studium in der Fachrichtung “BWL-Dienstleistungsmarketing”, wobei ich alle drei Monate im Wechsel in München arbeitete und in Mannheim studierte. Durch meinen neuen Lebensabschnitt fiel mir auf, wie sehr ich mich in den vergangenen Jahren verändert hatte. Ich erkannte mich auf Fotos nicht mehr wieder und konnte mich schlichtweg nicht mehr leiden. Ich brauchte Veränderung. Mit exzessivem Sport und einer sehr strengen Diät reduzierte ich innerhalb von acht Wochen mein Gewicht um 10 kg. Ich erlaubte mir rein gar nichts mehr. Dies resultierte in ständigen Kreislaufproblemen sowie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und dauerhaft mieser Laune. Kurz gesagt: ich schoss über mein Ziel völlig hinaus und führte kein gesundes, erfülltes Leben.


Im Anschluss an das Bachelorstudium entschied ich mich, mit meinem damaligen Freund nach Köln zu ziehen, wo ich mein Masterstudium in "Marktorientierte Unternehmensführung" absolvierte. Auch wenn das Zusammenwohnen sehr schön war und viele Vorteile mit sich brachte, bedeutete das gemeinsame Kochen und Essen für mich 24/7 Stress. Meinem damaligen Freund zu Liebe aß ich Gerichte sowie Lebensmittel, die ich eigentlich nicht essen wollte. Darüber hinaus musste ich meine Sporteinheiten reduzieren, um mehr Zeit für die Uni und meine Werkstudententätigkeit zu haben. Meine größte Angst war, wieder zuzunehmen. Sodass ich ununterbrochen darüber nachdachte, wie ich welches Essen mit Sport und Verzicht ausgleichen kann. Hinzu kam, dass ich ständig mit Bauchschmerzen, einem Blähbauch und Übelkeit zu kämpfen hatte. Nach einiger Zeit ließ ich mich daher auf Laktose-Intoleranz testen. Das Ergebnis war, dass ich tatsächlich nur sehr geringe Mengen an Laktose vertrage. Ich beschloss, Kuhmilch endgültig aus meinem Speiseplan zu verbannen und machte damit meinen ersten Schritt in Richtung Veganismus. Meine Beschwerden bestanden jedoch weiterhin.


Nach etwa anderthalb weiteren Jahren Beziehung trennten sich die Wege zwischen meinem damaligen Freund und mir. Ich zog in eine WG, fokussierte mich auf meine Masterthesis und nutzte die Zeit, um meine Freundinnen und Freunde regelmäßiger zu sehen. Und auch dann brauchte ich die Veränderung. Ich ließ mir mein erstes Tattoo stechen und eine Kurzhaarfrisur schneiden, bereitete alles für meinen Umzug in meine Heimatstadt München vor, und machte häufig Sport. Mein Wunsch war es, wieder so dünn und definiert wie vor der Beziehung zu sein. Unterstützt wurde ich dabei von einem guten Freund, der Sportwissenschaften studiert hatte und mir vieles über Fitness und Ernährung zeigte sowie erklärte. Dies war mein erster, wirklich lehrreicher Berührungspunkt mit bewusster sowie gesunder Ernährung. Denn bis dahin beschäftigte ich mich mit dem Thema lediglich sporadisch, indem ich Zeitschriften las oder Dokumentationen anschaute.


Ende August 2019 zog ich nach fünf Jahren Studienzeit in anderen Städten zurück nach München alleine in eine 1,5-Zimmerwohnung. Ich probierte mich weiter in der Küche aus und erfuhr täglich mehr über die vegane Ernährung, die ich zunehmend bewusst in meine integrierte. Insbesondere Fleisch und Wurst kamen kaum mehr auf meinen Speiseplan, da mich nicht nur die Zubereitung von rohem Fleisch ekelte, sondern ich auch die Massentierhaltung nicht mehr unterstützten wollte. Außerdem hörte ich Podcasts und verfolgte (Fitness-)Influencer, die mich täglich in Bezug auf Sportübungen sowie (pflanzenbasierte) Ernährung inspirierten. Im Herbst begann ich dann mit meinem Job als Unternehmensberaterin, durch den ich in der Regel von Montag bis Donnerstag beim Kunden bin und im Hotel lebe. Auch wenn ich sehr gerne verreise und meiner Tätigkeit als Beraterin leidenschaftlich nachgehe, ist es seit dem sehr schwer, Beruf, Freunde sowie Familie, Ernährung und Sport unter einen Hut zu bekommen. Dennoch nutze ich jede freie Minute, um fit zu bleiben, neue Rezepte auszuprobieren und mich über Ernährung sowie Gesundheit weiterzubilden.


Im Frühjahr 2020, mitten im ersten Corona-Lockdown, machte ich einen Pricktest. Seit mehreren Jahren plagen mich die Symptome einer Pollenallergie, worüber ich endlich Klarheit haben wollte. Da ich auch noch immer mit den Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte, ließ ich im Zuge dessen nicht nur den Standardtest machen, sondern erweiterte ihn auf Nahrungsmittel und Additiva. Das Ergebnis war, dass ich unter anderem gegen Hühnerei allergisch bin. Meine Allergologin empfahl mir daher, die kommenden zwei Wochen auf sämtliche Produkte zu verzichten, die Hühnerei in jeglicher Form enthalten. Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass Ei in unglaublich vielen Lebensmitteln - vor allem als Bindemittel - vorhanden ist. Also entschied ich mich, meine bis dato eh schon überwiegend pflanzenbasierte Ernährung durch den dauerhaften und strikten Verzicht auf Ei-, Kuhmilch- sowie Fleischprodukte nun konsequent umzustellen.


Heute, geht es mir wirklich gut. Ich fühle mich fit und die Magen-Darm-Beschwerden sind verschwunden. Durch die vegane Ernährung und regelmäßigen Sport kann ich mein Wunschgewicht halten, ohne mir Dinge verbieten zu müssen. Noch immer drehen sich meine Gedanken um das Essen. Nun aber, weil ich Freude daran habe, vegane Rezepte auszuprobieren und als Gastgeberin meinen Freunden und Familie die vegane Küche näher zu bringen. Außerdem lese ich Bücher, die mich dazu inspirieren, ich selbst zu sein und mir dabei helfen, mich wohl in meiner Haut zu fühlen. Mittlerweile schaue ich in den Spiegel und finde mich toll. Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben, und das von Tag zu Tag mehr.


Du siehst, mein Weg zur veganen Ernährung war steinig und lang. Vielleicht ist er eine Inspiration für Dich und andere. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre und mein persönliches Interesse führten mich letztlich zur Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin. Damit habe ich die Möglichkeit, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mein Ziel ist es, meine Fähigkeiten als Beraterin sowie Motivatorin mit dem Wissen über die pflanzenbasierte Ernährungsweise zu vereinen, um über Veganismus aufzuklären sowie andere dazu zu ermutigen und zu unterstützen, sich vegan(er) zu ernähren sowie bewusster zu leben.

In meinen zukünftigen Blogeinträgen werde ich daher auch die Zeilen nutzen, um Nahrungsmittel genauer unter die Lupe zu nehmen, schreibe über meine veganen Lieblingsprodukte, Lifehacks und Apps oder erzähle etwa, wie ich vegan verreise und so meinen Hauptberuf als Unternehmensberaterin meistere.


Bis dahin, bleib gesund und munter,

Pia







 

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